Donnerstag, 29. Dezember 2011

Videos zum Thema CI

Auf Youtube findet ihr eine Menge Videos zum Thema CI zum Beispiel mit den folgenden Suchbegriffen "Cochlea Implantat Operation" oder "Cochlear Implant Surgery". Zwei Beiträge finde ich sehr gelungen, eines zeigt die Funktion des Med-El Maestro und das andere zeigt die Implantation u. Insertion des Cochlear Implantats und Elektrodenträger in "Soft Surgery" über das Rundfenster, sieht nach Elektrodenträger Contour Advance mit CI24RE od. CI512 aus (?). Beim Operationsvideo können englische Untertitel aktiviert werden.

Samstag, 17. Dezember 2011

Bluetooth-Induktionsschleifen

Ein gutes Hilfsmittel für Hörgeschädigte sind Induktionsschleifen. Damit kann man störungsfrei ohne Nebengeräusche z.B. Musik, Radio hören oder fernsehen. Auch werden keine Nachbarn oder Familienmitglieder gestört wg. zu laut eingestellter Lautsprecher! ;-) Voraussetzung dafür, dass man das benutzen kann, ist: die Hörgeräte oder Sprachprozessoren der CI's müssen sogenannte T-Spulen integriert haben.

Fein und bequem zu benutzen sind nun Bluetooth-Induktionsschleifen, weil leicht und kabelfrei, wie z.B. das Humantechnik CM-BT2: diese kann man z.B. auch an Handys, Smartphone und andere Telefone mit Bluetooth-Sender ankoppeln und bei sehr guter Qualität z.B. telefonieren! Man legt sich hierbei eine kleine, nicht störende Schleife um den Hals, die per Induktion die Signale an die T-Spule des HG od. CI überträgt.

Das CM-BT2 benutze ich jetzt anstatt des vergleichbaren Phonak iCom, da das iCom wg. der dabei verwendeten proprietären digitalen Induktion nur für neuere Phonak-Hörgeräte wie z.B. Naida verwendbar ist! Bei Misch-Versorgung wie nun bei mir, links HG und rechts CI, ist daher nur die ansonsten übliche analoge Induktion möglich, somit also nun das CM-BT2.

Die akustische Qualität des CM-BT2 ist vergleichbar gut wie das iCom. Das iCom hat allerdings noch den Vorteil, daß die Umschaltung der Hörgeräte auf Induktion bzw. die T-Spule automatisch geschieht, wenn zum Beispiel am angekoppelten Smartphone ein Anruf reinkommt oder Musik abgespielt wird. Dagegen müssen CI und HG bei Nutzung des CM-BT2 manuell umgeschaltet werden.

Als Bluetooth-Sender verwende ich entweder mein Smartphone, das Notebook oder den B-Speech Tx2, den kann man z.B. auch an die Kopfhörer-Buchse des Fernsehers anschließen.

Tag 24 nach der Erstanpassung

Hatte diese Woche wieder eine Anpassung: dort konnten wir nach Abstimmung der 12 einzelnen Kanäle, d.h. Bestimmung des C-Levels, wieder die Dynamik und Lautstärke wieder etwas erhöhen. Meine Hörschwelle ist nun etwa im Schnitt um 5 dB nach oben gewandert (siehe dazu diesen Bericht). Seit etwa Anfang dieser Woche war ich in der Lage, zusammen mit Lippenlesen und CI-Ohr Gesprochenes zu verstehen! Seit der letzten Anpassung geht es noch etwas besser - allerdings bleiben die Stimmen für mich subjektiv noch immer sehr leise und sehr "seltsam" unscharf bzw. undeutlich. Klingen tut es für mich dagegen subjektiv kaum unnatürlich - wird ja oft z.B. als "roboterhaft" beschrieben.

Bei Übungen mit der Bluetooth-Induktionsschleife Humantechnik CM-BT2 und dem Bluetooth-Sender B-Speech Tx2 bzw. direkt dem Sender des Notebooks verstehe ich bei entsprechend eingestellter Lautstärke teilweise die Ansagen der Nachrichtensprecher in den Videos auf www.tagesschau.de zusammen mit dem Lippenbild und auch die ersten Kapitel der Heidelberger CI-Trainings-CD noch bei Vorlage des Textes. Noch ist das ziemlich unangenehm für mich, da es in den hohen Frequenzen bei der dazu nötigen Lautstärke noch sehr ziept! Muss es langsam angehen lassen...

So langsam bekomme ich eine Ahnung wie "unglaublich" laut Zischlaute und harte Konsonanten "normalerweise" sein müssen! Bin ganz baff! Es ist noch sehr unangenehm für mich, d.h. wenn zu laut, ziept es noch sehr! Somit kann die Anpassung und Hebung der Hörschwelle nur in sehr kleinen Schritten voranschreiten. Bin aber guten Mutes - es sind Fortschritte erkennbar. ;-)

Freitag, 9. Dezember 2011

Logopädie

Ich wurde gefragt, ob ich auch Logopädie-Stunden habe. Ja, regelmäßig mindestens 1x die Woche, je 45 Minuten. Momentan üben wir das Erkennen von Geräuschen. Für das Erkennen von Zahlen, Wörtern oder Sätzen reicht es ja noch nicht, siehe meinen letzten Beitrag. Es werden dann im Audiolog, einer Software für (Sprach-)Therapie und Sonderpädagogik, z.B. Geräusche 2x hintereinander abgespielt. Man muß dann angeben, ob es das gleiche Geräusch war. Momentan ist das Erkennen von z.B. Tierlauten nicht einfach, weil auch hier gewisse Tonanteile fehlen.

Entscheidend für den Erfolg einer CI-Anpassung sind regelmäßige Übungen privat und in der Logopädie ggf. mit Anleitung und regelmäßige Anpassungen des CI.

Plane demnächst, sobald Sprache besser hörbar wird, z.B. Hörbücher oder ähnliches z.B. auf meinem langen Arbeitsweg im Auto einzusetzen.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Tag 14 nach der Erstanpassung

Vorgestern hatte ich nun die 2. Anpassung. Dort konnten wir die Hörschwellen etwas anheben, insbesondere im Tieftonbereich. Stimmen sind aber immer noch sehr undeutlich zu hören. Grund hierfür ist, daß wie es im Audiogramm unten zu sehen ist, meine Hörschwelle auf dem CI-Ohr immer noch knapp unterhalb der Sprachbanane verläuft.

(Vorlage von Med-El) Ergänzt um meine Hörkurven auf dem
CI-Ohr vor der OP (rot) und nach der 2. Anpassung (grün).
Durch Training, Gewöhnung und regelmäßige Anpassung werden wir versuchen, die Hörschwelle über die Sprachbanane anzuheben. In diesem Zuge kann ich dann auch das Erkennen von Geräuschen und Sprachverstehen üben. Ziel der Anpassungen ist es, daß, sobald es von mir akzeptiert werden kann - d.h. es mir nicht zu laut wird, die Dynamik jeweils erweitert wird. Die 4 Programme des Opus2 sind mit jeweils etwas mehr Lautstärke und Dynamik belegt, so kann ich selbst nach Bedarf in Abstand von einigen Tagen jeweils nachstellen bis zur nächsten Sitzung bei der CI-Anpassung. Mit genügend großer Dynamik wird dann später auch Sprachverstehen möglich werden. Einen dazu passenden Artikel von Heike Bagus habe ich hier bereitgestellt (hier gefunden). Dort könnt ihr über die Ziele und Vorgehensweise einer CI-Anpassung nachlesen.

Dies wird bei mir, bedingt durch die seit Geburt, über 40 Jahre, bestehende Fast-Taubheit, wahrscheinlich ein längerer Prozeß über Monate... Etwa Winter 2012 wissen wir dann mehr. ;-)

Verblüfft bin ich aber, wie deutlich und satt tieftönend ich z.B. nun seit der letzten Anpassung das Poltern und Rumpeln meines Autos beim Fahren über Bodenwellen und Schlaglöchern höre. Das haben so bisher meine Hörgeräte, auch nicht die Phonak Naida, wohl wegen der von mir benötigten starken Kompression nicht übertragen!

Ich kann zur Zeit auch nicht bestätigen, daß CI's grundsätzlich hochtönend klingen. Klar, dadurch, daß die Bandbreite nun deutlich größer ist, klingt vieles heller, schriller, weil im Vergleich zu früher bei den Klangbildern der Geräusche bis zu 4-fach neue Hochton-Frequenzen dazugekommen sind. Seit der letzten Anpassung höre ich aber auf dem CI-Ohr auch viel Tieftönendes ähnlich tief wie auf dem HG-Ohr. Andere Geräusche überträgt das Hörgerät links wg. der Kompression nicht, wie z.B. das oben genannte Poltern beim Fahren!? Verwirrend ist bei vielen Geräuschen jetzt momentan dabei auch die teilweise größere Dynamik auf dem CI-Ohr im Vergleich zum HG-Ohr.

Spannend ist es :-) Zum Vokale hören reicht es leider noch nicht - somit Geduld, nur Geduld, heißt auch hier die Losung!

Montag, 5. Dezember 2011

1 + 1 = 1+

Die letzten Tage waren sehr interessant, insbesondere wenn links das HG-Ohr und rechts das CI-Ohr zusammenarbeiten. Das summierte Klangbild klingt nun deutlich heller, schärfer - hohe Frequenzen sind laut, differenziert und deutlich hörbar.

Wird es deutlich lauter, ziept es allerdings noch und kann dann keine entsprechende Frequenz erkennen - heisst wohl, daß ich mich hier noch etwas gedulden muß zur Gewöhnung.

Gut hören kann ich momentan auf dem CI-Ohr Frequenzen zw. ca. 1500 Hz u. 8500 Hz. Der Tiefton zwischen ca. 100 Hz bis 1500 Hz ist noch sehr leise, besonders im Bereich zwischen 100 Hz bis 500 Hz. Getestet habe ich das mit einem "Testtone" App auf einem Smartphone. Dabei ist hier zu beachten, daß Frequenzen über 8500 Hz bei meinem Smartphone verfälscht wiedergeben werden, weil die Lautsprecher das nicht korrekt wiedergeben können.

D.h. also insgesamt, ich kann auf dem CI-Ohr momentan insbesondere Stimmen kaum hören, dagegen sind das Klappern von Geschirr, Geraschel von Papier, Folien oder Laub, Klicken von Mausrädern, Klimpern von Schlüsseln usw. sehr laut. Klingt alles soweit nicht unnatürlich - soweit ich das beurteilen kann. Alles was gut hörbar ist, klingt härter und differenzierter!

Sehr interessant klingen nun Musikstücke, gehört mit CI u. HG: z.B. Schlagzeug klingt nun sehr hart, schrill und gleichzeitig sehr viel differenzierter, es sind einiges an Tönen und Nuancen dazugekommen... :-) Für die Stimmen ist noch das HG verantwortlich, klingen noch wie bisher.

Morgen ist die nächste Anpassung, dann bin ich mal gespannt, ob man am Tiefton etwas anheben kann - drückt mir die Daumen!

Montag, 28. November 2011

Es zischelt!

Jede Nacht verdrahten sich im Schlaf Synapsen neu, so scheint es!?

Seit heute morgen hat sich auf dem CI-Ohr der "Flash" zu einem oft ziependen Zischeln gewandelt. Die "Gongs" sind verschwunden. Höre jetzt höchste Frequenzen recht laut, nehme es als Ton wahr und spüre es nicht nur - oft ist es (noch?) auch ziemlich unangenehm. Dagegen werden mittlere und tiefe Frequenzen von mir noch sehr undeutlich wahrgenommen, sind meist zu leise bzw. nicht zu hören.

Zu den gut hörbaren Dingen gehört z.B. das Rascheln von trockenem Laub, wenn man darüber läuft, oder das Kratzen beim Schneiden mit Messer und Gabel beim Essen oder das Klappern mit dem Küchengeschirr. Dagegen sind z.B. Stimmen noch sehr unkenntlich auf dem CI-Ohr.

Die Diskussion gerade bei "Hart aber fair" im TV ist momentan für mich ein Gebrumme mit lautem Zischeln! ;-)

Samstag, 26. November 2011

Tag 2 nach der Erstanpassung

In den letzten Stunden hat sich einiges geändert, der "Gong" ist fast gegangen, der "Flash" dagegen bleibt noch: jedes Geräusch oder Stimme beginnt nach jeder Pause mit diesem "Flash", das eher vom Gefühl her nicht zu hören, sondern als Vibrieren oder leichtes Ziehen zu spüren ist! Schwer zu beschreiben: wie leichte "Stromschläge"?!

Das eigentliche Geräusch oder bzw. die Stimme geht dann weiter, ist aber meist eher so leise, dass fast nur erahnbar. Ich bin mir deswegen so sicher, daß ich es rechts mit dem CI höre und nicht links mit dem HG, weil ich eine Induktionsschleife (Humantechnik CM-BT2) an mein Smartphone ankoppelte, und so z.B. die Tagesschau oder Videos auf www.spiegel.de anschaute auf dem Smartphone. In Verbindung mit Lippenlesen konnte ich erahnen, was die Sprecher sagten, und was das "Summen" aus dem CI bedeuten sollte...

Es ist somit so leise, dass eher nichts zu verstehen ist. Andererseits sind andere Geräusche wie z.B. das Klappern von Tassen schon sehr laut bzw. beginnen mit einem starken "Flash" - eher ziemlich unangenehm. Ein Aha-Erlebnis hatte ich gestern, als ich das Klicken beim Drehen des Mittelrades meiner Computer-Maus ziemlich deutlich hörte, das Klangbild war ähnlich, wie ich es bisher kannte, nur sehr viel schriller, d.h. der Anteil an hohen Frequenzen waren deutlich lauter... Jedes Ding hat nun ein neues Klangbild, das jetzt entdeckt werden muß! ;-) Nur leider sind meine Möglichkeiten noch sehr beschränkt, weil das meiste noch kaum hörbar bzw. verstehbar ist, weil einfach zu leise...

Ähnliches berichtet auch NQLB in seinem Blog. Scheint öfters so zu beginnen und beruhigt mich jetzt doch etwas. ;-)

Donnerstag, 24. November 2011

Die Erstanpassung

Heute war ein langer Tag! Hatte heute die Erstanpassung des CI am rechten Ohr mit 2 Sitzungen morgens und nachmittags und abends ein kurzes Gespräch mit einigen Tests in der Logopädie.

Man bekommt einen Koffer, der Erstausstattung (bei Med-El Maestro, bei den anderen Herstellern bekommt man ähnlich große Pakete...) mit vielen Utensilien, deren Handhabung und Zweck erklärt werden.

Die eigentliche Anpassung lief dann so ab: zuerst wurden die 12 Stimulationskanäle eingestellt, ich mußte bestimmen, wann der zu hörende Tön des Kanals jeweils angenehm laut war. Danach wurden 4 Programme mit FS4 eingestellt, die jeweils etwas mehr Stimulation erzeugen.

Danach hieß es rauszugehen und reinzuhören in die Programme: es ist alles noch sehr gedämpft, Straßen- und Motorengeräusche sind noch nicht zu hören. Lautere Geräusche werden von mir ab und zu als ein "Gong" gehört und/oder gleichzeitig ein "Flash" gespürt, gefühlt. Später im Lauf des Mittag und Nachmittag konnte ich den Rythmus erkennen und die Tonhöhe oft unterscheiden. Sätze, Wörter, Geräusche werden bisher von mir als ein "Gong" oder eine Abfolge von "Gongs" erkannt. Im Lauf des Tages wurde der Rythmus und die "Gong"-Abfolgen etwas differenzierter. In der 2. Sitzung wurde die Lautstärke nochmals angehoben, es tut sich laut der Messwerte was im Kopf, auch wenn das von mir noch nicht direkt zu spüren ist...

D.h. es ist noch zu früh, um Sprache usw. zu erkennen. Das Gehirn muß jetzt erstmal umlernen, und aus den Reizen durch die Stimulation, in den nächsten Tagen und Wochen, immer mehr Einzelheiten differenzieren.

Ich habe jetzt natürlich etwas gemischte Gefühle, man hofft zuerst, daß es schneller geht, auch wenn man es besser weiß bzw. wissen sollte! ;-) Aber in Anbetracht meiner Hörbiographie war und ist jetzt nicht mehr zu erwarten: die Frequenzen ab etwa 2 KHz waren für mich noch nie hörbar, d.h. mein Gehirn weiß nun mit diesen neuen Reizen momentan nichts anzufangen und höre das nun jeweils als "Gong"! ;-) Spätertaubte (mit nicht zu langer Taubheit) dagegen können aus ihrer Erinnerung profitieren, ihr Hörzentrum ist entsprechend vorgeprägt: bei ihnen kann es schon sein, daß sie innerhalb von Stunden Geräusche erkennen bzw. sogar Stimmen erkennen, verstehen können.

Ich bin erstmal soweit froh, daß keine Elektroden abgestellt werden mussten und nicht der Gesichtsnerv etc. stattdessen gereizt wird.

Nun heißt es, sich in Geduld zu fassen! :-)

Samstag, 19. November 2011

Tag 30 nach der OP

Inzwischen macht sich ein sehr leiser, allerdings nicht nervender Tinnitus bemerkbar, entweder als Singen oder Summen, der dem CI-Ohr zugeordnet werden kann, oder als sehr leises Rauschen, der sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn ich nachts links das Hörgerät abgelegt habe. Das Rauschen kann nicht lokalisiert werden, kommt mitten aus dem Kopf...
Wenn das CI aktiviert wird, hat das Ohr wieder was zu arbeiten, dann wird der Tinnitus sicher, so die allgemeine Erfahrung, zurückgehen.

Am kommenden Donnerstag wird meine Erstanpassung sein: bin schon sehr gespannt, was da auf mich zukommen mag!?

Ansonsten juckt es sporadisch über dem Implantat, die Schwellungen gehen weiter zurück. Im Mittelohr scheint noch einiges verklebt zu sein, sporadisch merke ich, daß sich was auf dem CI-Ohr "öffnet" und dann dort etwas hören kann.

Es wird schon...

Dienstag, 8. November 2011

Tag 19 nach der OP

Inzwischen hat sich der Schnupfen sehr gebessert! Der Heilungsprozess schreitet voran!

Eines möchte ich noch erzählen: Ich trage ja auch eine Brille. Jetzt, da die Operationsnarbe entlang dem Ansatz der Ohrmuschel geht, ist eine Brille mit gebogenem Bügel sehr ungünstig und eher schmerzhaft, da sie dann auf die Narbe oder jetzt auf die Schwellungen bzw. Beule hinter dem Ohr abdrückt! Zum Glück habe ich noch als Ersatz eine andere Brille mit geradem Bügel. Zumindest zum Autofahren und für die Bildschirmarbeit muß ich schon eine Brille aufsetzen...Hmmm, d.h. also, überlegt euch dann etwas ;-), falls ihr ebenfalls in die Verlegenheit kommt.

Langsam werde ich ungeduldig, kann den Erstanpassungstermin kaum erwarten! :)

Freitag, 4. November 2011

Tag 15 nach der OP

Der Heilungsprozeß schreitet voran, die Narbe verheilt gut. Inzwischen juckt der Hinterkopf im Bereich des Implantats ziemlich, ein Zeichen dafür, daß die Blutgefäße wieder zusammenwachsen - nur vorsichtig und leicht kratzen, nicht, daß da drunter was (das Implantat) verrutscht! Das Taubheitsgefühl in Ohr und am Hinterkopf geht zurück, ab und zu habe ich noch ein Fremdkörpergefühl am Hinterkopf rechts - das wird mich wohl noch eine Weile begleiten. Ebenso habe ich keinerlei Schwindel mehr!

Der Gesichtsnerv hat sich wieder vollständig beruhigt: das Kribbeln im Gesicht und Taubheitsgefühl im Gesicht und auf der Zunge ist wieder weg!

Dafür hat sich der Schnupfen sehr ausgeartet, zum Glück ist das CI-Ohr jetzt davon nicht betroffen, dafür höre ich heute auf dem HG-Ohr schlechter... Kann ich hoffentlich jetzt am Wochenende auskurieren...

Das Arbeiten im Büro geht gut, fast den ganzen Tag programmiert und getestet.

Bei körperlicher Arbeit, bei der man sich öfters bücken oder schwere Dinge heben muß, würde ich allerdings eher dazu raten, mind. 4 Wochen krankzuschreiben, da die Wunde am Kopf dann erst besser und vollständig verheilt sein sollte.

Mittwoch, 2. November 2011

Tag 13 nach der OP

Inzwischen hat sich der Gesichtsnerv beruhigt, das Kribbeln im Gesicht hat nachgelassen.

Nun gilt es abzuwarten und zu hoffen, daß keine weiteren Probleme auftreten! Ab heute wird wieder gearbeitet...

Die Erstanpassung wird am 24. November sein - bin schon gespannt!

Dienstag, 1. November 2011

Tag 11 nach der OP

Seit heute habe ich nun ein Kribbeln und leichtes Taubheitsgefühl im Gesicht und auf der Zunge, das von der rechten Gesichtshälfte ausgeht. Der Gesichtsnerv scheint gerade ziemlich gereizt, evtl. besteht hier noch der Zusammenhang mit den Schmerzen im Mittelohr und Kopfschmerzen (Migräne?) vor 4 Tagen. Das Kribbeln ist ähnlich wie bei Ankündigung einer Migräne oder Symptom einer latenten Migräne.

Ansonsten momentan keine Schmerzen.

Tja, wenn das nicht bis Mittwoch besser wird, lass' ich das in Tübingen nochmal kontrollieren...

Deswegen ist es m.E. wichtig, wegen möglicher Komplikationen, Störungen des Heilungsprozesses und insbesondere wegen des Aufwandes bei der Nachsorge eine wohnortnahe Klinik zu wählen!

Montag, 31. Oktober 2011

Tag 10 nach der OP

Am Wochenende haben nun die Schmerzen im Ohr nachgelassen, bin nun ziemlich schmerzfrei bis auf ein paar sporadische Piekser...

Werde morgen früh aber noch ein Nasenspray besorgen zum Abschwellen der Nasenschleimhäute wg. eines leichten Schnupfen: am CI-Ohr scheint sich hinterm Trommelfell immer noch Flüssigkeit gesammelt zu haben, zumindest "gluckert" es im Ohr, wenn ich auf die obere Hälfte der Ohrmuschel drücke! :-) Zumindest ein gutes Zeichen hat es, denn wenn ich das "Gluckern" höre, scheint ja etwas Restgehör vorhanden zu sein. Eine endgültige Aussage über das Restgehör kann ich wohl aber erst in etwa 4 Wochen treffen, wenn alles abgeschwollen und soweit verheilt ist.

Schnupfen, Niesen und Schneuzen sind mindestens in den ersten 4 Wochen nach der OP zu vermeiden. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, dann bei offenem Mund niesen, so dass der Druck nicht durch die Nase und ins Ohr geht! - Weiß es selbst, lässt sich fast nicht vermeiden, daß einem ein Nieser durch die Lappen (Nase) geht...

Donnerstag, 27. Oktober 2011

I'm a cyborg, but that's ok

Als CI-Träger ist man definitionsgemäß ein Cyborg ;-). Habe hier einen netten koreanischen Film zum Thema auf Youtube gefunden: I'm a cyborg but thats ok (Link zeigt die ersten 10 Minuten).


Tag 7 nach der OP

Die letzten Tage ist der Heilungsprozess stetig vorangeschritten, ab und zu sticht und ziept es am Hinterkopf. Leichter Schwindel tritt immer wieder auf, wird weniger. Die Narbe, sie verläuft fast direkt am Ansatz der Ohrmuschel, verheilt sehr gut!

Momentan scheint sich etwas Blut, Flüssigkeit hinter dem Trommelfell gesammelt zu haben und übt jetzt mehr oder weniger Druck aus. Das löst einen dauerhaften Schmerz ähnlich wie bei einer Mittelohrentzündung und Kopfschmerzen aus. Habe das in Tübingen ansehen lassen. - Dieser Spuk wird sicher demnächst ebenfalls vorbei sein.

Das Ohr und Gewebe hinterm Kopf sind noch ziemlich geschwollen und fühlen sich taub an. Das wird in den nächsten Wochen sicher immer besser... Nach etwa 4 Wochen sollte alles im grünen Bereich sein.

Samstag, 22. Oktober 2011

Nun ist es implantiert!

Am Donnerstag, 20.10.2011, war nun meine CI-Operation am rechten Ohr. Gleich morgens um 9:00 Uhr kam ich dran und wachte dann ca. 14:00 Uhr wieder auf. Die Implantation der FlexSoft/Conterto von Med-El wurde minimal-invasiv in sogenannter "soft surgery" über das runde Fenster durchgeführt. Die Narbe ist geklebt.
Es gab keine Komplikationen. In der ersten Nacht hatte ich noch Kopfschmerzen und leichte Ohrgeräusche. Bekam eine Infusion mit Schmerzmittel. Sonst kaum Schmerzen.

Wurde heute aus der HNO-Uniklinik in Tübingen wieder entlassen.

Wieviel Restgehör nun tatsächlich erhalten blieb, werde ich in einigen Tagen versuchen, herauszufinden. Merke momentan keinen Unterschied vorher/nachher.
Nun heisst es, sich noch etwas zu schonen, die Narbe muß verheilen und ab und zu tritt noch leichter Schwindel auf.

Die Aktivierung des Prozessors wird voraussichtlich Ende November sein.

Montag, 10. Oktober 2011

Wie kommt man zur vollen Kostenerstattung für Hörgeräte?

Zur Zeit gilt für Hörgeräte ein Festbetrag von ca. 421 €. Aktuell wird zwischen Politik, dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und Behindertenverbänden diskutiert, einen 2. Festbetrag für Hörgeräte einzuführen für hochgradig Hörgeschädigte. Momentan kursieren hier Beträge von etwa 715 € bis ca. 1000 € pro HG. Dazu kalkulieren sie ca. 4 Stunden für Beratung/Anpassung. Das ist wirklich ein schlechter Witz!

Meine letzte Hörgerätesuche/Anpassung vor ca. 2-3 Jahren erstreckte sich über 9 Monate (alle 2 Wochen ein Termin zur Nachstellung)! Es kamen da mind. 20 Std. für Beratung/Anpassung der HG durch den Akustiker zusammen.

Somit wird sich leider, fallen die Festbeträge nicht komplett weg, kaum an der grundsätzlichen Situation ändern, daß, wenn man sich nicht wehrt, auf den größten Teil der Kosten für gute Hörgeräte sitzenbleibt!

Nach folgender Vorgehensweise haben wir den Großteil der Kosten erstattet bekommen: so kosteten mein aktuelles Paar Phonak Naida V SP vor 2-3 Jahren ca. 4000 €. Erstattet wurden 3000 € durch die gesetzliche Krankenkasse nach mehreren Widersprüchen. Es kam noch nicht zur Klage. Der MDK verwies auf ein Phonak Naida III, hier wurde es für mich schwierig, objektiv nachzuweisen, dass das Naida V im Alltag besser ist als das Naida III. Die Ergebnisse im Labor unterscheiden sich nur wenig. Die Messergebnisse des Verstehens im Störschall im Labor sind nur leider bedingt auf die realen Verhältnisse im Alltag übertragbar.

Allgemeine Informationen zur Hörgeräteversorgung findet ihr auf den Seiten des DSB: http://www.schwerhoerigen-netz.de/HOERGERAETEVERSORGUNG

Sinnvoll ist es auch, die Beratung der Beratungsstellen des DSB in Anspruch zu nehmen, sie können auch Hilfestellung geben, bei Antragstellung und ggf. Klage wg. vollen Kostenerstattung etc. (neueste Fassung der Beratungsrichtlinie des DSB).

Urteile:
  • BVerfG, vom 17.12.2002 - 1 BvL 28/95, 29/95 u. 30/95
  • BSG, vom 23.01.2003 - B 3 KR 7/02 R
  • BSG, vom 21.08.2008 - B 13 R 33/07 R
  • BSG, vom 17.12.2009 - B3 KR 20/08 R (kurz)

Schritte zum Vorgehen:
  1. Test von mind. 3 Hörgerätetypen, davon müssen mind. 2 Festbetragshörgeräte sein. Besser ist es, noch mehr HG zu testen, insbesondere auch der leistungsschwächeren Varianten des ausgesuchten Hörgerätetypes, um der Kasse klarzumachen, dass keine sinnvolle Alternative verfügbar ist.
  2. Die Hörgeräte dürfen erst bezahlt werden, wenn ggf. der Widerspruch durch die Krankenkasse abgelehnt wurde!
  3. Der Akustiker wird bei Abnahme der Hörgeräte mehrere Papiere vorlegen, die zu unterschreiben sind, dabei bitte aufpassen: wenn da Kleingedrucktes steht, dass über etwaige Mehrkosten für Hörgeräte oder spätere Reparaturen informiert wurde usw., ist hier zu ergänzen und deutlich zu schreiben, dass die Unterschrift nur unter Vorbehalt erfolgt und man Antrag auf volle Kostenerstattung bei der Krankenkasse stellen wird mit Hinweis auf die Rechtslage! Eine Streichung der strittigen Passagen wird der Akustiker auf Druck der Krankenkassen nicht akzeptieren (wollen/können).
  4. Sinnvoll wäre nun mit dem Akustiker auszumachen, dass die Rechnung über den Eigenanteil erst ausgestellt wird, wenn Kostenübernahme erfolgt od. ggf. der Widerspruch abgelehnt wurde. Oder man gibt die ausgesuchten Hörgeräte vorerst wieder zurück, dies geht ja nur, wenn man noch ältere Hörgeräte zur Verfügung stehen hat.
  5. Antrag bei der Krankenkasse stellen auf volle Kostenübernahme durch diese mit Kostenvoranschlag und mit Begründung, warum man gerade die ausgesuchten Hörgeräte benötigt und Festbetragshörgeräte nicht ausreichen (Erzielen vom höchstmöglichem Sprachverständnis? Testergebnisse? Das ausgesuchte HG sollte mindestens 10 Prozentpunkte besser sein als Festbetragshörgeräte).
  6. Üblicherweise wird die Krankenkasse nun den Antrag ablehnen oder tatsächlich (in seltenen Fällen) schon hier stattgeben.
  7. Wenn die Krankenkasse den Antrag ablehnt, dann ist Widerspruch innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Bescheides bei der Krankenkasse einzureichen (per Einschreiben) mit ausführlicherer Begründung und Nachweisen. Begründung u. Nachweise können nachgereicht werden!
    Die rechtliche Argumentation muß etwa so lauten, dass die Krankenkasse unter Hinweis auf die Rechtslage und oben genannter Urteile die Hörgeräte als Sachleistung beschaffen muß, die Ihnen höchstmögliches Sprachverständnis im Sinne einer größtmöglichen Annäherung an das Hörverständnis Normalhörender ermöglichen, weil nur so der Ausgleich der Behinderung und Teilhabe am Leben in Gesellschaft u. Arbeit sichergestellt ist. Nur Hörgeräte, die einen solchen Ausgleich ermöglichen, sind zweckmäßig und ausreichend.
    Die Krankenkasse soll andere Hörgeräte (zum Festbetrag od. günstigere) nennen oder beschaffen, die dasselbe Sprachverständnis wie die von Ihnen ermittelten ermöglichen. Falls der Krankenkasse das nicht möglich ist, stehen Ihnen die beantragten Hörgeräte zu.
    Der Festbetrag begrenzt die Leistungspflicht durch die Krankenkasse dann nicht, wenn er für den Ausgleich der konkret vorliegenden Behinderung objektiv nicht ausreicht. Weiterhin: die medizinische Rehabilitation muß die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - insbesondere auch eine sinnvolle berufliche Tätigkeit - ermöglichen.
  8. Falls der Widerspruch nach ca. 3 Monaten abgelehnt wurde, notfalls ist Frist zu setzen, kann man die Hörgeräte beim Akustiker bezahlen und gegen die Krankenkasse beim Sozialgericht auf volle Kostenerstattung plus Zinsen klagen!
Nachtrag 29.04.2012: Inzwischen wurden wegen der neuen Hilfsmittelrichtlinie vom 01.04.2012 die Versorgungsverträge durch die BIHA gekündigt. Der DSB erklärt unter folgendem Link http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ratg.asp?inhalt=HOERGERAETE/vvertraege die Hintergründe und zeigt dazu noch einen neuen Vertrag zwischen AOK und Hörgeräteakustikern! Mitglieder anderer gesetzlicher Krankenkassen müssen bis auf weiteres auf jeden Fall einen Kostenvoranschlag wie oben und beim DSB beschrieben bei ihrer Krankenkasse einreichen!

Nachtrag 23.09.2012: Ein zweiter, höherer Festbetrag von 841,94 € wurde mit der neuen Hilfsmittelrichtllinie vom 01.04.2012 im März 2012 festgelegt für an Taubheit grenzend Hörgeschädigte: ist hier nachzulesen.

Nachtrag 23.12.2012: Neufassung der Beratungsrichtlinie des DSB, diese ist auf der Seite zu http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ratg.asp?inhalt=HOERGERAETE/uebersicht zu finden.

Nachtrag 08.03.2013: Der DSB erklärt unter folgendem Link http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ratg.asp?inhalt=HOERGERAETE/vvertraege die Hintergründe und zählt nun Versuche der Krankenkassen auf, wieder den verkürzten Versorgungsweg einzuführen. Beim verkürzten Versorgungsweg sollen die HG direkt vom HNO-Arzt bzw. per Versand abgegeben werden, damit ist aber eine gute Anpassung, den nur ein Akustiker persönlich durchführen kann, nicht sichergestellt!

Nachtrag 20.04.2013: Die Kündigung der Versorgungsverträge wurde von der BIHA zurückgenommen, die Hintergründe dazu sind in der Version 2.0 der Beratungsrichtlinie nachzulesen. Damit gilt bis auf weiteres das oben und/oder in der Beratungsrichtlinie des DSB beschriebene Vorgehen.

Hinweis: die Gesundheitshandwerke (u.a. auch die BIHA) und die Bundesregierung befürworten die Umstellung auf Festzuschüsse statt Sachleistungen/Festbeträge für Hilfsmittel (auch Hörgeräte)! Wehrt euch! Denn damit ist für jeden das hohe Risiko verbunden, irgendwann für Hilfsmittel hohe Zusatzkosten ausgeben zu müssen bzw. wenn keine Mittel vorhanden sind, unzureichend versorgt zu werden!

Nachtrag 18.10.2014: Neues Urteil des LSG Darmstadt zur Kostenerstattung von Hörgeräten

Donnerstag, 15. September 2011

Die Qual der Wahl des "richtigen" CI

Was ein CI (Cochlea Implantat) allgemein ist, findet ihr auch hier (englisch) bei Wikipedia zum Lesen. Kurzbeschreibung: es ist eine Prothese, mit der bei einem Innenohrschaden die Funktion der defekten Hörsinneszellen in der Cochlea ersetzt wird und direkt mit Strom, der über Kontakte eines Elektrodenträgers abgegeben wird, der Hörnerv gereizt wird, damit ein Höreindruck entsteht. Ein CI besteht aus zwei Teilen, dem Implantat und dem Audio- bzw. Sprachprozessor. In einer Operation wird der Elektrodenträger des Implantats in die Cochlea eingeführt und das Implantat unter der Haut am Hinterkopf in einer ausgefrästen Mulde des Schädels befestigt.

Einen guten, halbwegs aktuellen und recht informativen, technischen Leitfaden zum Thema CI der Uni Magdeburg findet ihr hier.

Da ich rechts kaum noch - für das Sprachverständnis - brauchbare Hörreste habe, links nur etwas besser ist, und somit beidseits partiell taub mit Hochtonsteilabfall bin - und die Kommunikation mit meinen lieben Mitmenschen ;-) allgemein immer mehr (Über-)Anstrengung erfordert - Stichworte "Hörstress" und darausfolgender, möglicher "Überforderung" (Symptome können z.B. Spannungskopfschmerz, Migräne od. letztendlich das Erschöpfungs- bzw. Burn-Out-Syndrom sein) - habe ich nach Alternativen zu der - ausgereizten, nicht wirklich ausreichenden - HG-Versorgung gesucht. Bei den Power-Hörgeräten bin ich mit den Phonak Naida V SP am Ende der Fahnenstange angelangt!

Leider sind die Informationen der CI-Hersteller zu ihren Produkten nicht neutral und objektiv. Jeder der Hersteller stellt die Eigenschaften ihres CI jeweils möglichst positiv zu ihrem Gunsten dar - was wohl menschlich ist - und positive Eigenschaften der CI ihrer Mitbewerber werden bei Vergleichen jeweils verschwiegen oder unvollständig bzw. irreführend dargestellt.

Ebenso gibt es kaum neutrale, "peer reviewed", Studien, meistens werden sie durch eines der Hersteller initiiert und finanziert.

Somit wird es schwierig und langwierig, zu einer objektiven Bewertung zu gelangen!

Da man ja leider nicht alle CI's testen kann ;-), ist man auf möglichst neutrale und objektive Informationen zur Bewertung angewiesen! Die Kliniken und deren Ärzte dürfen keine Entscheidung bezüglich eines bestimmten Herstellers treffen, es wird allerdings entsprechend beraten mit Darstellung der jeweiligen Vor- und Nachteile, wenn medizinische Notwendigkeiten für das Implantat eines bestimmten Hersteller sprechen. Die letzte Entscheidung müßt Ihr als Patient danach selbst fällen!

FunnyOldLife (Englisch!) hat in ihrem Blog "I look so I can hear" ebenso schon versucht, darzustellen, wie sie zu ihrer Entscheidung für Advanced Bionics (AB) kam: sehr informativ! Insbesondere solltet Ihr auch die Kommentare dazu lesen, hier finden sich weitere, sehr hilfreiche, Informationen.

Ich kam nach Lektüre verschiedenster Quellen und unter Berücksichtigung meiner persönlichen Situation allerdings zu einer etwas anderen Bewertung: und entschied mich inzwischen für Med-El Maestro (Audioprozessor Opus2, Implantat Concerto mit Elektrode FlexSoft). Im folgenden stelle ich die wichtigsten Gründe hierfür dar...

Zu beachten sind hier u.a. die folgenden Punkte:

1.) Risiken

Jede Operation hat Risiken: hier insbesondere ist möglich
  • Verlust des Restgehörs
  • Zeitweise od. ständige Schädigung des Gesichtsnerv: führt zu halbseitiger Lähmung des Gesichts,
  • zeitweise od. ständige Schädigung des Geschmacksnerv: Verlust des Geschmackssinns, oder
  • dauerhafter od. zeitweiser (evtl. "nur" teilweiser) Verlust des Gleichgewichtssinns.
  • Mögliche Hirnhautenzündung nach der OP oder später: deswegen wird vorherige Impfung gegen mind. zwei Erreger (Pneumokokken, Meningokokken od. Haemophilus influenzae) empfohlen.

2.) Implantation u. Implantat u. Sprachprozessor

Hier war mir sehr wichtig zu erfahren insbesondere das Funktionsprinzip und wie relevant die Anzahl der Elektrodenkontakte des verwendeten Elektrodenträgers, mögliche Pulsraten des Implantats oder Signalkodierungsstrategien für das Sprachverstehen sind.

Über die Kontakte des Elektrodenträgers werden in der Cochlea am jeweiligen Punkt elektrische Ladungen an die Nerven der Cochlea abgegeben und somit der Hörnerv stimuliert.

Da sich die ggf. abgegebenen elektrischen Ladungen benachbarter Kontakte überlappen, entsteht der Höreindruck genau dort, wo die maximale Amplitude bei Aufsummierung der (verschieden großen) Ladungen zu finden ist, d.h. man hört dann die entsprechende Frequenz (bzw. Ton). Je höher die Amplitude, desto lauter hört man den entsprechenden Ton.
Somit kann man damit zwischen zwei realen Kontakten bzw. Elektroden weitere "virtuelle Elektroden" bzw. "virtuelle Kanäle" abhängig von der Auflösung der Ladungen erzeugen. Ein virtueller Kanal entspricht einem Frequenzband. Somit können auf diese Weise mehr Frequenzbänder generiert werden als real physikalisch Elektrodenkontakte vorhanden sind.

Bei paralleler Stimulation werden benachbarte Kontakte gleichzeitig statt hintereinander geladen.

Bei sequentieller Stimulation werden die Kontakte rasch hintereinander geladen. Erfolgt die Stimulation benachbarter Kontakte schnell genug aufeinander, summieren sich die Ladungen dieser Kontakte auf wie bei der parallelen Stimulation. Im Gewebe der Cochlea und des Hörnervs breiten sich die Ladungen nur relativ langsam aus.

Studien zeigen, daß parallele oder sequentielle Stimulation in etwa gleichwertig sind, und damit ähnlich differenziert Frequenzbänder generiert werden können.

Die parallele Stimulation hat allerdings den Vorteil, dass in einem Takt mehrere Kontakte gleichzeitig geladen werden können und somit ein deutlich differenzierteres Klangbild / Spektrum erzeugt werden kann bei gleicher zeitlicher Auflösung bzw. gleicher Takt-/Pulsrate als mit sequentieller Stimulation.

Bei Med-El muß man wissen, dass deren Elektroden jeweils so aufgebaut sind, daß die Kontakte einzeln oder jeweils als Paar über 12 Abschnitte im gleichen Abstand angeordnet sind. Alle anderen Hersteller ordnen die einzelnen Kontakte einzeln im gleichen Abstand voneinander an.

Es kann passieren, daß einzelne Kontakte ausfallen oder ein Kontakt den Gesichtsnerv statt den Hörnerv stimuliert (nicht immer kann das korrigiert, sondern muß dann abgestellt werden). In diesem Fall müssen die benachbarten Kontakte die ausgefallene mit ersetzen. Bei Med-El kann, wenn das Paar vorhanden ist, nehme ich an, der 2. Kontakt des Paars das erste ersetzen. Die I100 Platform des Chip im Implantat (Pulsar, Sonata u. Concerto) hat 24 einzelne Stromquellen implementiert, d.h. jeder Kontakt kann getrennt voneinander und parallel "feuern".

Insbesondere bei den Elektrodenträgern FlexSoft od. FlexEAS von Med-El mit 19 Kontakten gibt es allerdings eine Einschränkung, daß im Tieftonbereich 5 Kontakte nicht als Paar angelegt sind: somit 2 x 7 + 5 = 19 Kontakte. - Dafür sind FlexSoft und FlexEAS besonders flexibel und somit für die atraumatische Insertion durch das Rundfenster ausgelegt. Die Cochlea muß dann nicht angebohrt werden, somit entfällt hier das Bohrtrauma. Es wird stattdessen die Membran des Runden Fensters punktiert. In folgender Studie "Cochlea Implantation unter Restgehörerhalt - Hörergebnisse mit der FLEXsoft Elektrode" (Hey, Montag, Helbig) der Universität Frankfurt/Main, 2009, wird gezeigt, daß damit das Restgehör in der Regel "weitgehend" erhalten werden kann, weil die Strukturen in der Cochlea beim Einführen dann, soweit möglich, nicht beschädigt werden - hängt dann natürlich auch von den Künsten des Operateurs, der Medikamentation und weiteren Umständen während und nach der Operation ab, somit kann es niemand im Einzelfall garantieren, dass es klappt mit den Erhalt des Restgehörs...

Hier noch der Hinweis, daß Med-El die größte Anzahl von verschiedenen Varianten an Elektrodenträgern hat, somit können auch kompliziertere Fälle wie z.B. Verknöcherungen der Cochlea usw. bestmöglich behandelt werden. Auch hat Med-El die längsten Elektrodenträger: es kann damit ggf. die gesamte Cochlea zur Stimulation genutzt werden.

Durch die grosse Überlappung der elektrischen Ladungen benachbarter Kontakte, wie oben ausgeführt, ist es nicht allein ausschlaggebend, wieviele reale Elektrodenkontakte existieren, sondern auch: wieviele Stufen zw. minimaler und maximaler Ladung das Implantat an jedem Elektrodenkontakt erzeugen kann (Auflösung der Ladungsamplituden), wieviele Frequenzbänder es generieren kann (Auflösung der Frequenzen) und wie hoch die maximale Pulsrate ist (zeitliche Auflösung).

Das Potential eines Implantat und Sprachprozessors läßt sich damit abschätzen aus folgenden Faktoren: der Anzahl Ladungsstufen, der Anzahl Kontakt(-paare) des Elektrodenträgers bzw. der Anzahl implementierter Frequenzbänder, Verwendung sequentieller od. paralleler Stimulation und maximal möglicher Pulsrate.

Zusammengefasst gilt: je mehr Frequenzbänder und Ladungsstufen je nach verwendeter Signalkodierungsstrategie das Implantat erzeugen kann und je höher die maximale Pulsrate ist, desto höher ist die spektrale Auflösung in Frequenz, Ladung und Zeit insgesamt. Entsprechend viele Töne bzw. Frequenzen und darausfolgend Geräusche können dann maximal unterschieden werden, d.h. desto differenzierter kann potentiell dann damit gehört werden. - Ob man allerdings dieses Potential vollständig nutzen kann, hängt auch von der Sensitivität des CI-Trägers (ggf. nach einer Lernphase) auf die angebotenen Reize/Signale ab.

Mit der Wahl des CI legt man sich auch bei der Reihe der möglichen Signalkodierungsstrategien fest: Alle Hersteller mit Ausnahme von Med-El kodieren bislang hauptsächlich die Einhüllende des eingehenden Frequenzspektrums.

Med-El kodiert aktuell in den tiefen Frequenzen bis etwa 1 KHz auch zusätzlich die "Feinstruktur", d.h. Grund- und Oberwellen, des Schallsignals: das Verfahren wird von Med-El unter dem Begriff "FineHearing" zusammengefasst. Die Kodierungen FSP und neu in der 2. Generation FS4 und FS4p (mit 5facher Genauigkeit gegenüber FSP) sollen damit weitere Informationen weitergeben können, die potentiell das Richtungshören, das Verstehen im Lärm und insbesondere den Genuß von Musik erleichtern.

Die potentiell höchste - implementierte - spektrale Auflösung bietet damit aktuell, siehe untenstehende Tabelle, das System von Med-El, bestehend aus Concerto und Opus2: 250 Frequenzbänder, (teilweise) parallele Stimulation und max. Pulsrate von 50704/s.

Wie sensitiv man persönlich als Träger des Implantats nun aber auf die angebotenen Reize reagieren wird, kann niemand voraussagen. Es wird jedenfalls monatelange Übung des neuen Hörens erfordern. Bei AB hat man aktuell 120 Frequenzbänder implementiert, der dazu gemessene Mittelwert laut Studien sind etwa 100, d.h. die Probanden konnten durchschnittlich etwa 100 verschiedene Töne unterscheiden. Unter der Annahme, daß man diese Ergebnisse von AB auf Med-El übertragen kann, hat man evtl. nun die Chance, je nachdem, wie sensitiv man reagiert, mit Opus2 von Med-El dann im Durchschnitt 80% von 250 Frequenzbändern, d.h. etwa 200 verschiedene Töne, unterscheiden zu können.

Das Nucleus5 von Cochlear hat sich seit dem Freedom nicht sehr geändert bezüglich Signalkodierungsstragien, max. Pulsrate und Anzahl Elektrodenkontakte des Trägers. Die Weiterentwicklung im Nucleus5 fand hier vor allem am Sprachprozessor statt, daß zwei Mikrofone verwendet werden statt einem: dies hat damit den Vorteil, daß im Störlärm durch den Prozessor Nebengeräusche gefiltert werden können mithilfe der Richtwirkung der Mikrofone und dazugehöriger "Zoom"-Funktionen. - Med-El dagegen hat dafür hier den Ansatz, daß mithilfe des FineHearing das Gehirn (nach einer Lernphase) die unwichtigen Nebengeräusche selbst "filtert" und so die wichtigen Informationen selbst extrahiert. Im Opus2 ist daher bisher nur 1 Mikrofon verbaut.

Das Nucleus5 verwendet Titan im Gehäuse und ist (fast?) wasserdicht nach IP 57 (bei Nutzung der Akkus), somit deutlich robuster! - Med-El wird hier hoffentlich beim Opus2 (ist hauptsächlich aus Kunststoff) oder Nachfolger mittelfristig nachziehen: ein Traum wäre, den Sprachprozessor zum Schwimmen und in die Sauna mitnehmen zu können! Gut ist beim Nucleus5 auch die, falls so gewünscht, automatisch sich aktivierende Induktionsspule. Bei Med-El im Opus2 muß dagegen manuell die Induktionsspule zugeschaltet werden. Momentan (Stand: September 2011) sind die Implantate der Serie CI500 vom Markt genommen, auch hier sind potentielle Fehler im Implantat aufgetaucht. Es können stattdessen die Implantate des älteren Nucleus Freedom CI24RE implantiert werden, diese sind kompatibel mit den Audioprozessor Nucleus5.

Bei AB habe ich zur Zeit den Eindruck, dass seit längerer Zeit das Potenzial des Implantats nicht fortentwickelt wird. Seit HiRes 120 kamen keine neue Strategien für den Sprachprozessor hinzu. HiRes 120 hat "nur" 120 statt 250 Frequenzbänder wie bei Med-El implementiert. Das Potential des HiRes 90K mit höchster maximaler Pulsrate, paralleler Stimulation und 16 Elektrodenkontakten wird nicht ausgenutzt!? In der Forschung konnten Probanden angeblich bis zu 460 verschiedene Töne erkennen. Die hier verwendeten Signalkodierungsstrategien sind aber nicht auf dem Markt. Hier scheint die Übernahme von AB durch Sonova / Phonak zu deutlichen Verzögerungen geführt zu haben und gerade erst konnten sie aktuell wg. aufgetretener Fehler im Implantat einen längeren weltweiten Marktstopp aufheben.

Einzige Neuerung ist hier, daß neuerdings Neptune von AB angeboten wird, ein nach IP 57 wasserdichter "Taschenprozessor": Neptune muß also am Badeanzug oder an der Taucherbrille etc. festgeklemmt werden. Ich würde hier eher bevorzugen ein HdO, den man am Ohr festklemmen kann, wie beim Nucleus5 von Cochlear. Technisch ist Neptune mit Harmony mehr oder weniger identisch.

Wie schon erwähnt, kann der Elektrodenträger FlexSoft von Med-El am schonendsten eingeführt werden. Auch der Elektrodenträger des neuen CI 512 von Cochlear ist nach Aussage meiner Klinik nicht so flexibel wie FlexSoft. [Hinweis: November 2011 hinzugefügt: inzwischen gibt es von Cochlear das CI 422 mit atraumatischem Elektrodenträger, ähnlich flexibel wie die FlexSoft, etc. von Med-El]
Wegen der für mich noch fast normal hörbaren Bass-Frequenzen (wohlgemerkt: für Sprache nicht direkt nutzbar) will man versuchen, bei der Insertion der FlexSoft mein Restgehör (rechts mit Frequenz in Hz/Verlust in dB: 125/25, 250/35, 500/75, 1000/90, 2000/90, 3000/120, Einsilber-Sprachverständnis von gerade mal 10%) im Tieftonbereich möglichst zu erhalten - kann natürlich niemand versprechen, daß es so klappt... Kann Restgehör mit genutzt werden, soll sich das mit positiv auf das Sprachverstehen auswirken. Aus diesem Grund und wg. der vergleichsweise guten spektralen Auflösung und wg. FineHearing kommt für mich damit nur noch Med-El mit Concerto/FlexSoft und Opus2 in Frage.

Die Implantation rechts am CCIC Tübingen ist für Ende Oktober 2011 geplant.


3.) Rehabilitation: Anpassung und Hörtraining

Der entscheidende Faktor, der über den Erfolg der ganzen Aktion, Implantation und Anpassung des Sprachprozessors, entscheidet, ist nach der Operation vor allem die regelmäßige Einstellung/Anpassung des Sprachprozessors, regelmäßiges Hörtraining bei einem Logopäden und für sich privates Üben! Wichtig ist daher für die Auswahl der implantierenden Klinik auch, daß diese eine gute Nachsorge hat!

Das Gehirn muß die neuen Reize durch die Stimulation erst lernen zu verarbeiten! Dies ist ein Prozess, der Wochen, Monate und letztendlich bis zu 3 Jahren dauern kann. In dieser Zeit steigert sich das Sprachverständnis gewöhnlich immer mehr. Bei Spätertaubten geht es am schnellsten, da sie von der Erinnerung an ihr ehemaliges Hörvermögen profitieren. Bei von Geburt an Hörgeschädigten (wie bei mir) dauert es letztendlich im Allgemeinen länger, da hier das Hörzentrum des Gehirn erst lernen muß, noch nie gehörte (meist höherfrequente) Reize zu verarbeiten. Es hilft da nur fleißiges, regelmäßiges Üben: Hören von Hörbüchern, Radio, Fernsehen, Videos oder Musik und dabei immer wieder zu versuchen, Gesprochenes/Gesungenes zu verstehen.

Die meisten CI-Träger erleben die Erstanpassung (ca. 4 Wochen nach der OP) so, daß zuerst "nur" indifferenzierte (Pieps-)Geräusche zu hören sind bzw. als das erkannt werden. Es kann dann nicht auf das bisherige Wissen, wie die Dinge und Menschen klingen, zurückgegriffen werden! Das ist dann erst alles wieder neu zu entdecken! Nach Stunden, Tagen und Wochen des Üben und Gewöhnens werden die Geräusche wieder differenzierter und kann dann Gesprochenes immer besser verstehen. Topp ist es, wenn es gelingt, auch Musik genießen zu können und den/die Sänger zu verstehen!

Am Ziel gelingt es vielen, in Ruhe ein Sprachverständnis von 70% für Einsilber und bis nahezu 100% für Mehrsilber zu erreichen. Im Störlärm brechen diese Werte allerdings deutlich ein: hier reicht die vergleichsweise niedrige spektrale Auflösung der CI's gegenüber Normalhörenden im Allgemeinen nicht aus, in einer solchen Situation genügend durch das Gehirn auswertbare Schallinformation bereitzustellen. Hier wird noch fleißig geforscht, die Leistung der CI's auch in solchen Situationen zu verbessern... - Momentan erscheint mir Med-El hier wg. der vergleichsweise guten spektralen Auflösung, FineHearing und der gemessenen Sprachverständniswerte (siehe untenstehende Tabelle) insgesamt am weitesten fortgeschritten.


4.) Video einer Implantation

Wie die Implantation eines CI in etwa erfolgt, zeigt exemplarisch folgendes Video: es zeigt die Implantation des CI 512 von Cochlear. Je nach Hersteller und Implantat wird mehr oder weniger gefräst!


5.) Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte findet ihr auf den Foren der CI-Hersteller und z.B. auf HCIG e.V. oder DCIG e.V.

Einen deutschen, sehr interessanten und amüsanten Blog hat auch NotQuiteLikeBeethoven auf die Beine gestellt! Hier findet ihr ebenfalls sehr hilfreiche Infos über seine und anderer Erfahrungen mit dem CI.

Auch FunnyOldLife berichtet über ihre Erfahrungen mit den CI's. Kürzlich hat Sie ihr zweites bekommen.

Ich werde sicher ab und zu ebenfalls über meine Erfahrungen berichten...


6.) Tabelle mit Vergleich über die Eigenschaften der aktuellen CI's (Stand: April 2012)

Sicher sind die Angaben noch nicht vollständig: über die Links zu den Homepage's der Hersteller kann man noch weitere Informationen nachlesen. Zu Neurelec fand ich leider bisher nur wenig aussagekräftige Informationen.

Hersteller Advanced Bionics Cochlear Med-El Neurelec
Sprachprozessor Harmony (HdO) Neptune (Tasche) Nucleus 5 (CP 810, HdO) Opus 2 (Maestro, HdO) Saphyr SP (HdO)
Anzahl Mikrofone u. Typ 2 (1 oben am SP u. T-Mic) 2 (omni-direktional, für Zoom-Funktionen) 1 2 (omni-direktional)
IDR, Mikrofon-empfindlichkeit 80 dB 80 dB (Klangfenster 45 dB) 75 dB (Klangfenster 55 dB) 80 dB
Implantat (Länge) HiRes 90K (56,0mm) CI 512 (3,9mm x 50,5mm),
CI 551 Double Array, CI 422 Slim-Straight
Concerto (4,5mm x 45,7mm),
Pulsar (33,6mm),
Sonata (45,7mm)
Digisonic SP (30,2mm), kein Fräsen, Befestigung mit 2 Schrauben, d.h. kürzeste OP-Zeit
MRT erlaubt? (nur mit Rücksprache mit dem Hersteller) ja, < 1.5 Tesla ja, < 1.5 Tesla (Magnet entfernbar) ja, < 1.5 Tesla ja, < 1.5 Tesla
Anzahl Stimulationskanäle 16 22 (davon werden bei ACE bis 12 verwendet pro Durchlauf, siehe Kodierungsstrategien) 12 20 (? pro Durchlauf)
Anzahl Stromquellen 16 1 24 1
Art der Stimulation parallel sequentiell parallel im Tieftonbereich (4 Kontakte/Kanäle) und sequentiell sequentiell
Maximale Pulsrate 83000/s 31500/s 50704/s 24000/s
Anzahl Frequenzbänder bzw. potenziell unter-scheidbare Tonhöhen ("Virtuelle Kanäle", "pitches" mithilfe Stromsteuerung/ -verteilung) Implementiert: 120. Mittelwert, ermittelt in Studien: 100
(Forschung: bis zu 460 möglich?)
Mittelwert, ermittelt in Studien: 161 Implementiert: 250 63
Frequenzbereich 150 bis 8000 Hz 188 bis ca. 8000 Hz 70 bis 8500 Hz ?
Elektrodenträger
(Länge über alle Kontakte)
HiFocus 1j 17mm,
HiFocus Helix 13mm
CI 512 Contour Advance (vorgeformt) 19mm, CI 551 Double Array, CI 422 Slim-Straight 20mm (atraumatisch), CI 541 ABI Standard 31mm, Medium 24mm, Compressed 12mm, Split, ABI, atraumatisch: FlexSoft 31mm, Flex28 28mm, FlexEAS/Flex24 24mm, Flex20 20mmStandard 25mm,
Binaural 17mm,
ABI
Anzahl Elektroden-kontakte 16 + 2 22 + 2 (19 od. 24) + 2 je nach Träger 20 + 2 od. binaural:
2 x 12
Signal-kodierungsstrategien HiRes 120ACE, SPEAK HD-CIS, FineHearing (FSP, FS4, FS4p) ?
Wasserschutz Harmony: "wasserabweisend", Neptune: IP 57 IP 57 mit Akkus, "geschützt gegen kurzes Eintauchen" "wasserabweisend" nein
Fernbedienung/ Anzahl Programme nein/3 ja/4 ja/4 (Sprachprozessor ist schalterlos) nein/4
T-Spule ja ja ja ja
Laufzeit in Std.: Batterie/ Akku -/16 60/30 90 (Standard)
bzw. 60 (XS) /16
?
Sprachverständnis 79% CNC bei 60dBA, 59% AB Worte bei 70dB SPL. 87% CUNY Sätze bei 70dB SPL. 87% CNC bei 60dBA, 69% AB Worte bei 70dB SPL, 97% CUNY Sätze bei 70dB SPL. 71% AB Worte bei 70dB SPL, 98% CUNY Sätze bei 70dB SPL.
(50% im Störschall, auch wenn die Störgeräusche mehrere Stufen lauter waren als die Stimme.)
?
Zuverlässigkeit/CSR des Implantat 99,8% nach 12 Mon., 99,1% nach 30 Mon.
(Sep. 2011: Rückruf beendet)
99,96% nach 12 Mon. (CI 500), 99,2% nach 48 Mon. (CI 24RE)
(Sep. 2011: Rückruf der CI 500 Serie)
99,9% nach 12 Mon. (Concerto), 99,7% nach 48 Monaten (Sonata)?


7.) Quellen

Weiterführende Literatur zu virtuellen Elektroden/Frequenzbändern, Signalkodierungsstrategien usw. und weitere Quellen findet ihr in folgenden Dokumenten:

Einen guten Ratgeber zu CI's findet ihr in folgendem Buch: Cochlea- u. Mittelohr-Implantate, Dr. Phil. Marion Herrmann Röttgen

Freitag, 19. August 2011

ARD Sendung "Kontraste" vom 23.06.2011: Abzocke bei Patienten?

Am 23.06.2011 kam in der Sendung "Kontraste" der ARD ein Beitrag über die Hörgeräteversorgung in Deutschland:


Nach Lesen des Textes und Ansehen des Beitrages muß ich einige "Umgereimtheiten" feststellen?!
Diese "Berichterstattung" war tendenziös, parteiisch und wird der Komplexität einer Hörgeräte-Anpassung nicht gerecht - die Autoren haben keine Ahnung von der Problematik!

Hier dazu auch die Stellungnahme des DSB zu dieser Sendung. Die kann ich uneingeschränkt unterschreiben!

Mir ist in der Sendung noch weiteres aufgefallen:

Die Hörkurve des vorgestellten Rentners war kurz zu sehen, es handelt sich hier um einen starken Hochtonabfall, bei dem ich sehr starke Zweifel habe, daß dieser mit zuzahlungsfreien Hörgeräten "gut" versorgbar ist!

Ebenso ist die Reaktion des Rentners bei der ersten Anprobe / Erstanpassung typisch: nach jahrelanger, schleichender Hörentwöhnung hört man mit Hörgeräten wieder die Geräusche, die man lange vergessen hat. Man muß sich erst wieder an die "normale" Geräuschkulisse gewöhnen und das Hören neu lernen! Oft geht eine Schwerhörigkeit auch mit einer Hyperakusis einher, d.h. einer erhöhten, ggf. schmerzhaften, Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen/Schall: alles kommt einem dann zuerst sehr laut und unangenehm vor! Dies erschwert eine gute Anpassung von Hörgeräten noch mehr! Bzw. macht es dann möglicherweise unmöglich, zuzahlungsfreie Hörgeräte zu verwenden.

Der größte Nachteil von zuzahlungsfreien Hörgeräten ist, daß die Anzahl der Frequenzbänder in diesen Geräten auf maximal 4 beschränkt ist, d.h. die Anpassung bei z.B. Hochtonsteilabfällen oder "Badewannen"-Kurven mit einer Senke wird damit sehr erschwert. Bei zu wenig Frequenzbändern, können die Geräte in diesen Fällen nicht gut auf die persönliche Hörkurve angepasst werden. Effekt ist, das bei bestimmten Frequenzen eine zu hohe und in anderen Frequenzen eine zu niedrige Verstärkung erfolgt. Das führt zu einem verzerrten Hören und erschwert das Sprachverständnis!
Dies war bei mir auch immer der Hauptgrund, daß zuzahlungsfreie HG bei mir nie gut funktionierten...

Der Argumentation, dass Geräte mutwillig falsch eingestellt werden durch Akustiker, kann ich daher nicht folgen!

Aber seht selbst die Sendung!

Sicher gibt es unter Akustikern, wie in jeder Branche, auch einige schwarze Schafe. Frage mich aber auch, ob man als Neuling nicht oft mit falschen Erwartungen zum Akustiker geht? Leider gaukelt die Werbung der Hörgeräte-Industrie einem vor, wie toll die Systeme alle funktionieren würden und man alles wieder hören würde. - Aber selbst mit den besten Hörgeräten bleibt ein Hörgeschädigter immer noch hörgeschädigt!

Die "First Fit" Einstellung, die der PC anhand der eingegebenen Hörkurve zuerst berechnet, war bei mir noch nie wirklich gut! Die Feineinstellung der ausgesuchten Hörgeräte ist danach ein Prozeß, der Monate dauern kann! Mindestens 3 Typen sollte man testen, davon "müssen" 2 zuzahlungsfrei sein! Ich hatte bei der letzten Anpassung insgesamt mehr als 6 Typen getestet: anhand des persönlichen Hörverlustes wird eine entsprechende Vorauswahl gemacht, welche Geräte möglicherweise geeignet sind. Ich bin dann letztendlich bei 1 Paar "Phonak Naida V SP" in der "oberen Mittelklasse" gelandet, Kosten ca. 4000 €. Das ist aber wohlgemerkt noch nicht das teuerste Gerät gewesen. Andere Geräte waren noch teurer mit über 5000 €, waren aber objektiv und subjektiv für mein Gehör hinsichtlich maximalem Sprachverständnis schlechter! Da hilft nur intensives Testen und Vergleichen - für viele eher leicht und mittelgradig Schwerhörige können im Einzelfall auch Festbetragshörgeräte gute Leistungen bringen. Bei hochgradig Hörgeschädigten, die partiell taub sind, wird die Suche aber sehr schwierig und erfahrungsgemäß eher teuer!

Nach 30 jähriger Erfahrung mit Hörsystemen kann ich aber inzwischen schon recht schnell feststellen, welches der Geräte Potenzial hat oder nur undifferenzierten, unverständlichen Krach erzeugt! Da müssen Neulinge leider erst ihre Erfahrungen machen.

Sonntag, 7. August 2011

Untertitel-Aufnahme auf Samsung BD-D 6900 C/S

Ein leidiges Thema für "Schlappohren" ist die Suche nach einem Untertitel-fähigen Aufnahmegerät für das Fernsehen. Die guten, alten S-VHS-Recorder sind heute nicht mehr erhältlich, inzwischen gibt unser Gerät langsam seinen Geist auf - das Bild wird immer unschärfer, hmmm, evtl. hilft da einstweilen eine Reinigung der Köpfe???

Aber wer will in Zeiten von Flachbildschirmen mit Full-HD-Auflösung noch Analog-Aufnahmen ansehen - es ist ja ein Graus auf den Flachbildschirmen!

Auf der Suche nach einer Alternative gibt es leider das Problem, daß die UT-Aufnahme in den meisten Geräten, wenn es funktioniert, nicht dokumentiert ist! Somit sind auch die Kundenberater in den Elektronikgeschäften hier leider keine Hilfe, weil sie darüber keine oder nur unvollständige Informationen haben!
Ebenso führt die Recherche im Internet leider zu keinem Erfolg, die Infos sind entweder zu veraltet und die Geräte evtl. nicht mehr auf dem Markt. Die entsprechenden Informationen sind in den Handbüchern ebenfalls meist nicht enthalten!

Heute konnte ich einen DVB-C-Receiver Technisat Technistar K1 testen, es ist ein HDTV-fähiger DVB-C-Receiver, der auf eine externe USB-Festplatte aufnehmen kann: der kann es definitiv nicht! Frühere Geräte von Technisat konnten es!

Noch bekannt sind die Geräte der Firma Topfield. Habe ich allerdings nicht getestet.

Erfolg hatte ich aber doch!!! Konnte heute auch einen Samsung BD-D 6900 C testen: das ist ein 3D-Bluray-Player mit DVB-C Empfangsteil und kann auf eine externe USB-Festplatte aufnehmen: zeigt auch Videotext und DVB-Untertitel an und speichert von einer Sendung den kompletten Stream! D.h. es wird auch der komplette Videotext und DVB-UT mitgesichert. Beim Abspielen kann der DVB-UT oder Videotext wieder direkt über den Samsung automatisch od. manuell eingeblendet werden! Wohlgemerkt: darüber steht in der Anleitung zum Player nichts!

Hatte ja Bedenken, daß es nicht geht, da der Samsung BD-D 6900 "nur" noch einen HDMI- und keinen Scart-Anschluß mehr hat: wenn der TV eine HDMI-Quelle anzeigt, können über den TV aus technischen Gründen keine VT oder UT eingeblendet werden, d.h. eine solche Funktion muß der Receiver dann selbst anbieten.

Die Fernbedienung des Samsung kann auch für einen herstellerfremden TV verwendet werden, dazu lässt sich die Fernbedienung entsprechend programmieren.

Den Samsung BD-D 6900 C/S gibt es in zwei Ausführungen für Kabelempfang/DVB-C (C) oder SAT/DVB-S (S). Beachtet das Kürzel am Ende der Bezeichnung: C/S.

Der Player ist top, mit Super-Bild, bietet bei LAN-/WLAN-Anschluß über den Smart Hub u.a. auch die Möglichkeit, Videoquellen aus dem Internet wie Maxdome oder Youtube anzusehen.

Untertitel im deutschen Fernsehen

Langsam, aber sicher, wird es besser mit der Untertitelung im deutschen Fernsehen - ist aber noch lange nicht ausreichend!!! Wir können erst zufrieden sein, wenn 100% der Sendungen in allen Sendern untertitelt werden.

Aktuell läuft auf Facebook eine Unterschriftensammlung, bei der 100% Untertitel auf allen dt. Sendern gefordert werden. Bitte nehmt da ebenfalls teil!

Inzwischen sendet die ARD in ihren Kanal "Das Erste" auch DVB-Untertitel neben dem altbekannten Videotext(VT)-Untertitel. Das macht das ZDF schon längere Zeit so.

Bei den Privat-Sendern kam in letzter Zeit RTL neben Pro7 dazu, es sendet allerdings ausschließlich DVB-Untertitel.

DVB-Untertitel sind ausschließlich mit digitalen Receivern od. Tunern in Fernsehern od. DVD- / Bluray-Playern für DVB-C, DVB-S od. DVB-T empfangbar.

Nun eine, hoffentlich, aktuelle Liste (Stand November 2011) der (dt.) Sender, die deutsche UT senden:

SenderVT-UntertitelVT-UT-VorschauDVB-UT
3sat777358-
ARD - Das Erste /
Das Erste HD
150398ja
ARTE160 (150)388-
BR150561-
BR alpha150561-
Eins Extra150--
Eins Festival150--
Eins Plus150--
HR150--
Kabel1149148-
KiKa150398-
MDR150597/598-
NDR150--
ORF1777771-
ORF2777771-
ORF2 Europe777771-
PHOENIX777--
Pro7149148-
RBB150386-
RTL dt.--ja
RTL2---
SF info777--
SF 1777776ja
SF 2777776ja
SR150--
SWR150--
TV5 Monde Europe892796ja
VOX--ja
WDR150572-
ZDF / ZDF HD777776ja
ZDF infokanal---
ZDF kultur---
ZDF neo---

Quelle: Die Informationen stammen teilweise aus der Liste von Steven Zahner.